„Ein Mikrokosmos, der zeigt, wie es sein könnte“
Ein Bustan: Der erste Arabisch-Jüdische Kindergarten Israels
Von Farah Dosani
Shai Epstein lässt seinen dreijährigen Sohn Maayan bei einem Mietshaus im Beduinendorf Hilf aussteigen. Er öffnet das hölzerne Tor und geht auf dem Weg zum Gruppenraum am Sandkasten, am Schwingseil und am Kaninchenstall vorbei. “ Der andere Kindergarten ist zwei Minuten zu Fuß,“ sagt er. „Dieser hier ist fünfzehn Autominuten weit weg.“
Aber für Epstein ist die Entfernung zweitrangig. Dies ist nicht ein typischer Kindergarten in Israel.
Ein Bustan ist ein Arabisch-Jüdischer Kindergarten in Israel. Er legt die Methode der Waldorfpädagogik zugrunde um diese beiden Gemeinschaften miteinander zu verbinden liegt ihm die Methode der Waldorfpädagogik zugrunde, was ihn einzigartig in diesem Land macht und, vielleicht sogar in der ganzen Welt.
Die Vision war eine Brücke zwischen den Kulturen zu bauen, sagt Amir Shlomian, Friedensaktivist, Erzieher, Musiker und der Gründer des Kindergartens. Für ihn waren Waldorferziehung , Zweisprachigkeit und Multikulturalismus von Anfang an für die Kinder von grösster Wichtigkeit.
„Es gibt kein System in Israel, in dem arabische und jüdische Kinder gleichberechtigt zusammen lernen können,“ sagt Rachel Gottlieb, deren Sohn zu Beginn im September 2005 in den Kindergarten kam .
„Um eure Kinder diese Wirklichkeit erfahren zu lassen müsst ihr sie erschaffen.“
Die Kinder sitzen in einem Kreis, wenn sie sich darauf vorbereiten drinnen Geschichten zu hören (oder: erzählt zu bekommen?) Die Sonne, die durch rote Vorhänge strahlt, taucht den Raum in rosarotes Licht. Yael Levin und Ibtisam Zbidat, die beiden Erzieherinnen, sitzen einander gegenüber. Zeile für Zeile wechseln sie sich beim Vorlesen des Märchens ab. Sie erzählen die Geschichte von einer kleinen roten Henne, die ein Weizenkorn fand und die Tiere auf dem Bauernhof bat,ihr dabei zu helfen, es in die Erde zu setzen. Zbidat beginnt in arabisch, während Levin auf hebräisch wiederholt. Beide Sprachen klingen durch den Raum, begleitet von Lachen, Geschrei und Tierlauten- dem überall üblichen Ambiente eines Kindergartens.
Während andere Erzieher Geschichten in einer Sprache vorlesen, wechseln die Kindergärtner hier zwischen zwei Sprachen ab. Wenn anderswo entweder Rosh Hashanah (, ein jüdisches Fest, ) oder Eid al-Fitr (-ein muslimisches Fest-) gefeiert wird, feiern die Kinder hier sie beide. In einem Land, in dem das allgemeine Erziehungssystem Araber und Juden voneinander getrennt hält, führt dieser Kindergarten sie zusammen.
Ein Bustan ist ein Arabisch-Jüdischer Kindergarten in Israel. Er legt die Methode der Waldorfpädagogik zugrunde um diese beiden Gemeinschaften miteinander zu verbinden liegt ihm die Methode der Waldorfpädagogik zugrunde, was ihn einzigartig in diesem Land macht und, vielleicht sogar in der ganzen Welt.
Die Vision war eine Brücke zwischen den Kulturen zu bauen, sagt Amir Shlomian, Friedensaktivist, Erzieher, Musiker und der Gründer des Kindergartens. Für ihn waren Waldorferziehung , Zweisprachigkeit und Multikulturalismus von Anfang an für die Kinder von grösster Wichtigkeit.
„Es gibt kein System in Israel, in dem arabische und jüdische Kinder gleichberechtigt zusammen lernen können,“ sagt Rachel Gottlieb, deren Sohn zu Beginn im September 2005 in den Kindergarten kam .
„Um eure Kinder diese Wirklichkeit erfahren zu lassen müsst ihr sie erschaffen.“
Die Kinder sitzen in einem Kreis, wenn sie sich darauf vorbereiten drinnen Geschichten zu hören (oder: erzählt zu bekommen?) Die Sonne, die durch rote Vorhänge strahlt, taucht den Raum in rosarotes Licht. Yael Levin und Ibtisam Zbidat, die beiden Erzieherinnen, sitzen einander gegenüber. Zeile für Zeile wechseln sie sich beim Vorlesen des Märchens ab. Sie erzählen die Geschichte von einer kleinen roten Henne, die ein Weizenkorn fand und die Tiere auf dem Bauernhof bat,ihr dabei zu helfen, es in die Erde zu setzen. Zbidat beginnt in arabisch, während Levin auf hebräisch wiederholt. Beide Sprachen klingen durch den Raum, begleitet von Lachen, Geschrei und Tierlauten- dem überall üblichen Ambiente eines Kindergartens.
Derzeit besuchen achtundzwanzig arabische und jüdische Kinder Ein Bustan. Sie sind nach Alter in zwei Gruppen eingeteilt , die jeweils von zwei ErzieherInnen geführt werden, – einer(einem) arabischen und einer(einem) jüdischen. Beide sind zweisprachig, obwohl sie während der Kindergartenzeit nur in einer Sprache sprechen.
Alles wird in Arabisch und Hebräisch gehalten, von den Schriftzeichen an, die die Erzieher schreiben, bis zu den Liedern, die die Kinder singen.
Nach dem Mittagessen laufen die Kinder hinaus in den Garten zum Spielen. Es bilden sich vier oder fünf Gruppen. Manche schaukeln auf dem Spielplatz oder spielen im Sand, während andere Seil hüpfen oder einander Witze erzählen. Nur eine Sprache ist von jeder Gruppe zu hören.
Die Kinder wissen, dass sie arabisch oder jüdisch sind, sagt Levin. Aber eher die Sprache als Politik, Herkunft oder Religion verursacht diese Unterscheidung. Die Erzieher unterscheiden die Kinder ,-wenn überhaupt-, nur als Arabisch-oder-Hebräischsprechende.
Neu hinzukommende Kinder sprechen oft nur eine Sprache. Die meisten Araber werden schließlich notwendigerweise in der Schule hebräisch lernen. Doch ohne diesen Druck werden viele Juden die arabische Sprache nie richtig anpacken.
Der Kindergarten gibt die Möglichkeit beides zu lernen.

Dieser Punkt trifft genau zu für die Familie von Rachel Gottlieb und ihren Mann Alon, der nie in der Schule arabisch lernen konnte. Wie viele jüdische Israelis diente Alon als Soldat in der Armee. Dort schnappte er demütigende arabische Befehle und Flüche auf: Hände hoch. Zeig mir deinen Ausweis. Halt, oder ich schieße. Über Jahre waren seine Arabischkenntnisse darauf beschränkt. Zorn und Scham stiegen in ihm auf, als er sich dessen bewusst wurde. Ihre Kinder sollten die Sprache als ein Werkzeug kennen lernen um Freundschaft auszudrücken, nicht Feindschaft, so dachten sie. Dies trieb die Gottliebs geradezu sich dem Kindergarten anzuschließen.
Wie auch immer, die gemeinsame Grundlage beider Sprachen lässt sich mühelos finden . Sie entstammen derselben linguistischen Familie, etliche Worte sind einander ähnlich, wenn nicht sogar gleich. Der Name „Ein Bustan“ ist genau so ein Beispiel. Er bedeutet „Quelle im Garten“ in beiden Sprachen und „ betont nachdrücklich, wie nahe sie einander sind,“ erklärte Shlomian . Aus diesem Grund wählten die Gründer diesen Namen für den Kindergarten. Außerdem hält die Waldorferziehung die Natur, die Jahreszeiten, die Kunst und die Musik für außerordentlich wichtig, worauf Gottlieb besonders hinweist.
„Dies alles kann man auch ohne Worte genießen.“
Die Gründer von Ein Bustan sahen die Waldorf- Methode auch als einen für ihre Mission für Frieden und Koexistenz sehr geeigneten Zugang an. Elemente ihrer Friedensarbeit werden in alle Aspekte des Kindergartenlebens integriert.
„Die Sicht weise dieser Pädagogik nährt die Vorstellungskräfte der Kinder dahin, frei zu sein und nicht unsere Art und Weise der Weltsicht zu übernehmen,“ sagte Shlomian, der sich im Londoner Waldorflehrerseminar ausbilden ließ. Die Puppen im Kindergarten ,z.B., regen die Kreativität der Kinder dadurch an, dass sie keine ausgestalteten Gesichter haben. Mit allem, was zu viel und zu genau ist, hat die Fantasie keinen Raum mehr.
Baumwollpuppen und Eicheln ersetzen Plastikspielzeug. Ein Fernsehgerät wird durch ein hölzernes Puppentheater ausgetauscht. Die Kinder malen, backen Brot und schneiden Gemüse für ihr Mittagessen. „ Das ist sehr ästhetisch und natürlich,“ sagt Shlomian.
Diese Vorgehensweise ist in der anthroposophischen Philosophie Rudolf Steiners begründet. Die erste Waldorfschule entstand im Jahr 1919 in Deutschland, und mittlerweile existieren mehr als 900 Schulen in 83 Ländern . Israel allein hat 13 Grundschulen , 4 weiterführende Schulen und ungefähr 100 Kindergärten.
Das System legt Wert auf den Zusammenhang zwischen dem Entwicklungsstadium eines Kindes und den Lerninhalten in der Schule. Gespräche über Tagesnachrichten und Politik finden im Klassenzimmer nicht statt. Religion wird mehr zum Ausdruck einer Kultur, Dogmatismus hat da keinen Platz.
Zu Eid al-Adha verbinden sich Eltern, Kinder und Erzieher um das muslimische Fest zu feiern indem sie eine Pilgerreise ins heilige Mekka machen. Ein Modell der Ka`ba steht in der Mitte des Raumes. Die Kinder kleiden sich in der Art der Pilger ganz in Weiß und umrunden den schwarzen Kubus. Eltern bringen Essen mit, und alle singen arabische Lieder.
Auch Eid al-Fitr ,Pesach und Weihnachten werden unter all den anderen Festen zusammen in der Gruppe gefeiert.
„Wir sagen nicht „ Pesach ist für Juden“ oder „ Eid ist für Araber`“ ,sagt der Erzieher Yael Levin. „Wir sagen: `Hier ist Pesach oder hier ist Eid`“.
Im Waldorfsystem werden die Feste zurückgeführt auf ihre Kernbedeutung. Hanukkah wird als ein Feiern des Lichts gesehen und Eid al- Fitr als Zeit des Schenkens. Diese Themen sind allgemein.
Doch einige Feste erweisen sich als schwierig : Was den Juden als „ Unabhängigkeitstag“ bekannt ist ,ist bei den Araber bekannt als „ al-Naqba“ ,oder „die Katastrophe“....Ein Bustan hat beschlossen keines von Beiden zu beachten.
„ In diesem Alter ist Politik nicht wichtig,“ sagt Levin.
Die Waldorfpädagogik hält letztlich das Missionieren ganz aus dem Kindergarten heraus. Gemeinschaften in Brasilien und Südafrika legen sie ebenfalls zugrunde um die Kulturen polarisierender Gruppen zu verbinden. „Sie nimmt die Menschen und betrachtet sie als Ganzheitliches,“ erklärt Shlomian. Sie trägt bei zur Brücke zwischen den Kulturen, die Ein Bustan zu bauen sich bemüht.
Das israelische Erziehungssystem blieb enttäuschend für Amir Shlomian, auch Jahre, nachdem er es verlassen hatte. Als sein Sohn Avshalom alt genug für den Kindergarten war ,war es völlig klar, dass es ein Waldorfkindergarten sein sollte. Aber Shlomian war das nicht genug. „Vor meinem 20. Lebensjahr bin ich nie einem Araber begegnet ,“ sagte er. Schulen und Kindergärten in Israel sind nach wie vor getrennt. Die Idee Ein Bustan zu gründen tauchte im Jahr 2004 auf. Er teilte seine Idee zwei Kindergärtnern aus der Region mit, die beide auf das Projekt aufsprangen, als es nichts als eine Vision war. „ Sie waren richtige Pioniere,“ sagte Shlomian. So begannen sie gemeinsam zu planen, wie das alles funktionieren sollte.
Arabische und jüdische Eltern wurden ganz früh schon zu einem Treffen eingeladen. Als immer mehr Familien sich an einem solchen Kindergarten interessiert zeigten, wurden die Ideen konkreter.
Sie sammelten Spenden bei Freunden und mieteten ein Gebäude im Beduinendorf Hilf. Den ganzen Sommer hindurch arbeiteten Eltern und Gemeindemitglieder zusammen an der Renovierung. Freiwillige legten Böden und strichen die Wände der Gruppenräume. Ein Schreiner vom Ort baute mit Eltern die Möbel. Freunde spendeten Fliesen für die Toilette. Da war „eine Flut von Unterstützung, Spenden und Hilfe,“ sagte Gottlieb.
Im September 2005 öffnete Ein Bustan seine Türen für 14 Kinder aus Kiryat Tivon, Bosmat Tabun und Hilf.
Doch das alles geschah nicht ohne Hindernisse. Etliche Ortsansässige widersetzten sich diesen Bemühungen. Diese Haltung entstand aus tiefverwurzeltem Hass und Furcht vor der anderen Seite. Gottlieb beschrieb ,wie andere Eltern aus der Gegend ihre Entscheidung für die Anmeldung ihres Sohnes Yotam zu kritisieren pflegten. Sie sagten ,sie würde ihn mitten hinein in eine Gruppe „gewalttätiger“ arabischer Kinder geben.
Zweifel und Ängste plagten jedoch auch jene, die sich für Ein Bustan entschieden hatten.
„Ich war beschäftigt damit Fragen von Eltern zu beantworten, die sich bereits angemeldet hatten und sich versichern wollten,“ sagte Amir Shlomian. „Es ist sehr einfach zu zögern. Die größte Herausforderung lag in unseren eigenen Seelen.“
Für viele Eltern ist der Kindergarten ein Weg ihren Kindern eine Chance zu geben, die sie niemals hatten. „Arabischen Kindern zu begegnen, sich unter sie zu mischen,--- das ist etwas, das in die Gehirnwindungen gehen muss,“ erklärte Shai Epstein. „Für mich ist das bereits unmöglich.“
Epstein wuchs auf in Haifa, 10 Meilen nordwestlich vom Kindergarten .Die Stadt hat eine gemischt arabische und jüdische Bevölkerung .Sie gehen dieselben Strassen, aber in getrennte Schulen und leben in getrennter Nachbarschaft,--ein typisches Szenario im größten Teil Israels. Es war ungeschriebenes Gesetz keine Häuser an Araber zu verkaufen, erinnert sich Epstein. „Oft werden wir zu Hause und in der Gesellschaft dazu erzogen alles zu fürchten, was anders ist als wir.“
Obwohl er an das Sich- Mischen glaubt und auf ein Zusammenleben hofft ,fühlt Epstein sich unwohl, wenn er ein arabisches Haus betritt. Diese Reaktion ist verinnerlicht in ihm, - eine Reaktion, die er Maayan nie als Erfahrung wünscht.
Epstein sah in Ein Bustan eine Möglichkeit für seinen Sohn, sich mit der arabischen Kultur zu verbinden. Er hofft, dass für ihn einmal der Austausch mit der arabisch sprechenden Gemeinschaft natürlich sein wird.
Der Einfluss des Kindergartens geht jedoch weit über die Kinder hinaus.:
Fatimah Zbidat bemüht sich beim Abholen der Kinder einen Streit zwischen ihren Zwillingen zu beenden. „Ich musste mit dem Gefühl leben, dass Juden Angst vor uns haben oder uns nicht mögen. Ich fühlte mich unerwünscht,“ erinnert sich Zbidat, eine Einwohnerin des Beduinendorfs Bosmat Tabun. „Doch wie kann ich euch beurteilen, wenn ich euch nicht kenne?“
Durch den Kindergarten treffen sich auch die Eltern regelmäßig. Die Wege kreuzen sich oft ,wenn sie die Kinder bringen oder abholen. Sie beteiligen sich an Festen und begegnen einander nach Kindergartentreffen. Schließlich lernen die Eltern die Kultur mit den Kindern zusammen kennen.
„Jetzt kann ich sie besser kennen lernen, mit ihnen sprechen, ihre Ansichten hören---es ist wundervoll,“ sagt Zbidat. „Sie sind mir nun Freunde.“ Die Eltern unternehmen etwas , mit und ohne ihre Kinder, in und außerhalb von Ein Bustan. Der Geist des Kindergartens verbreitet sich auch in die weitere Gemeinschaft.
Im April fand im Rahmen Ein Bustans ein Konzert in Kiryat Tiv`on statt. Der israelische Musiker Yair Dalal spielte um den Kindergarten bekannter zu machen und Geld für ihn zu sammeln. Kinder, Eltern und Erzieher nahmen zusammen mit vielen anderen aus der Region daran teil. Dalal, Friedensaktivist und Unterstützer des Kindergartens, spielte seine Oud für mehr als 100 Menschen. Sie bewegten sich zum Rhythmus und klatschten mit, als der Sänger von Dalals Trio ein bekanntes hebräisches Lied auf arabisch sang.
„Dieses Ereignis war außerhalb des Gewohnten, wenn man es im Kontext der normalen sozialen und kulturellen Realität in Israel sieht,“ bemerkte Gottlieb, die mit zweien ihrer Kinder dabei war. Eine Begegnung wie diese von Arabern und Juden ist eher selten.
Der Kindergarten „weckt ein Gefühl von Optimismus und Hoffnung,“ sagte sie. Er ist „ein Mikrokosmos , der zeigt, wie es sein könnte.“
Shlomian hofft, dass sich integrative Schulen in ganz Israel verbreiten werden. „ Ich glaube, dass unser Einfluß dem ganzen System helfen kann besser zu funktionieren.“
Derzeit gibt es vier andere arabisch-jüdische Schulen im Land. Die gemischte Gemeinschaft Neve Shalom gründete eine in den 1980er Jahren. Drei weitere in Jerusalem, Misgav und Wadi Ara werden von der gemeinnützigen Organisation „Hand-in- Hand“ geleitet.
So wie sich die Nachricht von Ein Bustan im Land verbreitet, haben andere Schulen ihr Interesse daran ausgedrückt diese Art und Weise des Herangehens zu übernehmen. „Die Herzen sind offen für die Idee,“ sagt Shlomian. Er bekam den Telefonanruf eines israelischen Waldorflehrers, der nach arabischen Liedern fragte. Ein Kindergarten in Jaffa hofft einen eigenen arabisch-jüdischen Waldorfkindergarten aufzumachen.
Eltern und Mitglieder der Gemeinschaft sind ebenfalls dabei eine gemischte erste Klasse in einer bereits bestehenden Waldorfschule in Kiryat Tiyòn einzurichten.
Doch die überwältigende Mehrheit der Schulen in Israel bleibt getrennt. Beziehungen zwischen Arabern und Juden sind oft feindlich oder sie existieren gar nicht. Die politische Atmosphäre ist frostig, und die Chancen für Frieden schauen im Moment traurig aus.
Aber das Zusammenleben beider Völker kann nicht von oben herab erzwungen werden durch Diplomaten oder Verträge, sagt Rachel Gottlieb.
„Sollte es (eines Tages) eine Art von Frieden geben,“ sagt Shai Epstein, „muss er in der Erziehung beginnen.....er muss mit den Kindern beginnen.“
Wenn der Kindergartentag langsam ausklingt, spielen die Kinder draussen in der Sonne bis ihre Eltern kommen um sie abzuholen. Die Weizenähren im Garten neigen sich mit jedem Windstoss. Dann beginnt es ,ohne Vorwarnung, zu regnen. Die Kinder schreien und lachen. Während einige etwas suchen um sich zu bedecken, bleiben andere und umarmen den Regen. Ein Kind spannt einen Regenschirm auf, während seine durchnässten Freunde sich darunter versammeln. Die Sonne scheint die ganze Zeit weiter.
Während Amir Shlomian über den Auftrag des Kindergartens spricht, zitiert er das Buch des libanesisch-amerikanischen Schriftstellers Khalil Gibran „Der Prophet“. Das Buch ist eine Sammlung poetischer Essays über Themen des Lebens und der menschlichen Bestimmung. In einem Kapitel wird „der Prophet“ gebeten über die Kinder zu sprechen. „Ich versuche immer mich daran zu erinnern, wenn ich über Erziehung rede,“ sagt Shlomian. Damit gibt er einige Zeilen des Gedichtes frei wieder:
Die Kinder kommen durch euch, doch nicht von euch
Sie sind Besucher in eurem Haus, und ihr solltet nie versuchen sie zu eurem
Eigentum zu machen.
Sie sind der Pfeil, und ihr seid der Bogen.
Sie sind die Zukunft, und ihr die Vergangenheit.
Shlomian schweigt einen Augenblick . „Wenn wir sie nicht mit unseren Ängsten und Vorurteilen erfüllen,“ fasst er zusammen,“ werden sie frei sein. Sie sollten frei bleiben.“
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