Der neueste Stand vom November 2008
Der Herbst neigt sich dem Ende entgegen und bis jetzt gab es wirklich nicht einen Moment , um etwas aufzugreifen und im Gespräch zu vertiefen.
Wie üblich haben wir kaum einen kurzen Blick aus der Ziellosigkeit der Ferien hinaus in die Routine getan, und schon zwinkern uns die Lichter der Winterfeiertage, Channuka und Id EL Adha aus der Ferne zu. Auch an den Weihnachtstagen wird es uns so ergehen, abgesehen davon, dass vermutlich niemand von uns dieses Fest feiern wird, weil es dieses Jahr keine Christen in unserem Kindergarten gibt.
Mir verspricht die Weihnachtszeit einen Spaziergang durch die Strassen des weihnachtlich geschmückten Nazareths, zwischen all den hunderten von Luftballons mit Bildern des dickbäuchigen Santa Claus darauf und den buntbeleuchteten Weihnachtsbäumen in den Schaufenstern der Stadt.
Welche Ereignisse haben in unserem Leben und Schaffen in Ein Bustan während der letzten 3 Monate, die seit Schulbeginn so rasch verflogen sind, stattgefunden?
Am Ende der Ramadanzeit trafen wir uns alle, Eltern und Kinder während der Abendstunden im Haus
von Muhammed und Fahima. Wir kneteten, rollten, quetschten Teig und schufen einen riesigen Berg aus traditionellen Feiertagsplätzchen. Fahima entzündete ein Feuer in dem großen Backofen im Freien und wir umstanden ihn, füllten Blech um Blech mit den köstlichen, weißen Kringeln um im richtigen Augenblick, vorsichtig, mit unseren bloßen Fingern, die gebräunten Kekse auf ein breites Tuch zu legen. Diejenigen Kinder, die sich zum Umhertollen entschieden hatten, sprangen ab uns zu in diesen engen Kreis hinein um die Gelegenheit zu nutzen, sich vom Ende des Tischtuches einen heißen Keks zu schnappen.
Einige Tage später, bei Anbruch der Dunkelheit, unternahmen wir einen Laternenspaziergang zwischen den Häusern von Hilf. Wir wanderten von Haus zu Haus und die Kinder boten Körbe gefüllt mit ihren Plätzchen, Datteln und anderen Süßigkeiten an. Es ist nicht ganz klar auszumachen, ob sie mehr Süßigkeiten verteilten als sie empfingen, aber auf jeden Fall hatten sie eine sehr „süße Zeit“.
Unser Nachrichtenbrett ist einer der interessantesten Plätze, die ich kenne:
Galia läd jeden ein zur Kleidertauschbörse, Fahima bittet alle Kinder und ihre Eltern zum Frühstück in ihr Haus, jedermann aus der Ein Bustan Gemeinschaft, sowie auch aus anderer Umgebung, bieten Kurse und Treffen an und die Gelegenheit, Bücher sehr günstig zu erwerben... Da hängt eine Notiz zu einer schönen Initiative, die Rachel und Sultanna vor 2 Jahren ins Leben gerufen haben und die wir nun bekannter machen wollen: Das „ Ein Bustan Kochbuch“.
Jeder Familie wird vorgeschlagen, ein von ihr beliebtes Gericht (oder zwei), das sie gewöhnlich zubereiten, mit ein paar Worten für uns zum Nachkochen aufzuschreiben; bei welcher Gelegenheit wird es gegessen, ist es an eine bestimmte Jahreszeit gebunden? Ich hoffe, in naher Zukunft wird das Buch fertig sein. Ich werde darüber berichten.
Unser Schulhof ist ein anderer spannender Ort. Der Kaninchenstall ist wieder voller Kinder, die vorsichtig die Tiere streicheln (zu meiner Erleichterung hält Gidi stets ein wachsames Auge darüber) und der ständig überquellende Komposthaufen fand ein neues Zuhause in einer selbstgefertigten neuen Tonne.
Hier auf dem Schulhof unter den Weinreben (die gerade ihr Laub verloren haben und vor kurzem zurückgeschnitten wurden) warten die Kinder darauf, dass wir sie am Nachmittag abholen, klettern auf Pfosten oder schaukeln ( oder besser gesagt, warten darauf, dass sie endlich schaukeln dürfen).
Hier ist der Ort, an dem die Eltern versuchen sich miteinander auszutauschen.
Wir wissen nicht immer genau, was alles wirklich sinnvoll ist zu sagen, und was nicht. Es gibt eine große Anzahl von Familien, die neu zu uns gefunden haben, an und für sich eine glückliche Entwicklung, doch ergibt sich daraus auch eine gewisse Zögerlichkeit in unserer Annäherung, wie dies ja jedem Neubeginn innewohnt.
Der Winter steht vor der Tür und zusammen mit dem segensspendenden Regen wird er uns neue Ideen, Hoffnungen und Träume, große und kleine, bringen.
Wiedereinmal haben wir über ein Benefizkonzert für den Kindergarten nachgedacht und ebenfalls im Gespräch ist ein Basar im Frühling sowie einige Treffen, bei denen es um Filme gehen soll, die wir uns gemeinsam ansehen möchten um anschließend dann miteinander darüber zu diskutieren.
Eine Mutter schlug vor, uns zu treffen, um Hausschuhe für unsere Kinder herzustellen. Daraus entwickelte sich die Idee, einmal im Monat zusammen zu kommen, um von Ibtisam zu lernen, wie man diese wunderschönen Puppen, Filztierchen und die niedlichen Zwerge aus Eicheln herstellt, und vielleicht werde ich am Ende auch noch das Stricken erlernen...
Ich wünsche uns allen einen lichtdurchfluteten Winter!
Simona
Ein Bustan wünscht allen eine wunderbare Winterzeit
Eine Spende für Maayan Babustan ist die Stütze für eine Zukunft von wahrer Freundschaft und Frieden.
Wir danken von Herzen allen unseren Freunden und Unterstützern.
Nichts ist kostbarer als Frieden.
Frieden ist die wichtigste Ausgangsposition für die Weiterentwicklung der Menschheit.
Daisaku Ikeda
Wir danken Irena Wachendorff für die Übersetzungen